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Die Gleichstellungsbeauftragte im Landkreis Rostock

Gleichstellung? (K) eine Frage der Haltung!

Die Gleichstellungsbeauftragte ist eine Netzwerkerin!

Z I E L:

  • Umsetzung des Verfassungsauftrages anhand der kreisweiten Strategie zur Gleichstellung und Chancengleichheit sowie der Geschlechtergerechtigkeit der Beschäftigten der Verwaltung und den Einwohner*innen des Landkreises
  • Abbau struktureller Diskriminierungen sowie die Sensibilisierung für die Thematik

                       

GRUNDLAGE:

Grundgesetz, Verfassung MV, Kommunalverfassung MV,  AGG, Hauptsatzung des Landkreises

 

STRATEGIE:

  1. Konzeptionierung und Initiierung von Maßnahmen & Projekten
  2. effektive regionale und überregionale Netzwerkarbeit
  3. vertrauensvolle Kooperationen, Beteiligungen und Beratungen
  4. Verantwortungsübernahmen, Stellungnahmen, Positionierungen

 

PROZESS:   

  1. Öffentlichkeitsarbeit; durch Presseartikel, InfoPost, Flyer, Broschüren, Artikel, Give Way
  2. Vernetzungs-Dialog-Veranstaltungen und Bündnisberatungen mit ehrenamtliche Gleichstellungsbeauftragte, Schulsozialarbeiter*innen, Politiker*innen, Beratungsstellen
  3. Vorträge in Schulen, persönliche Gespräche, Projektarbeit,
  4. Im Dialog mit Vertreter*innen aus Verwaltungen, Verbänden, Gewerkschaften und Parteien

Wozu brauchen wir eine Gleichstellungsbeauftragte?

Gleichstellungsbeauftragte achten und weisen auf Ungleichbehandlungen hin. Sie schaffen ein Bewusstsein für geschlechterspezifische Unterschiede, denn es gibt Gemeinsamkeiten und Unterschiede innerhalb und zwischen den Geschlechtern.

Gesetzliche Vorschriften werden erst dann gelebte Veränderungen, wenn Frauenförderung und Gleichstellung vom Gesetzgeber als zentraler Bestandteil jeglichen Handelns umgesetzt wird. Frauen sind in vielen Bereichen trotz rechtlicher Gleichstellung benachteiligt. Jeder Mensch, egal welches Geschlecht, hat von Geburt an die gleichen Rechte und Möglichkeiten! Beispielsweise werden Frauen für bestimmte Aufgaben nicht vorgesehen; Männer befürchten bei Eltern- oder Teilzeit einen Karriereknick; Frauen und Männer passen sich den kulturell gewachsenen Regeln für männliche und weibliche Rollenbilder an.  Hier setzt die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten an und deckt bestehende Nachteile auf. Rahmenbedingungen sollen gefördert werden, um die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern und eine Chancengerechtigkeit zu ermöglichen.

Ist die Gleichberechtigung nicht schon längst verwirklicht?

Gleichstellung der Geschlechter bedeutet Chancengleichheit für Frauen und Männer.

Grundlage für die Herstellung dieser Chancengleichheit ist die Gleichberechtigung der Geschlechter vor dem Gesetz, die seit 1949 in Artikel 3 des Grundgesetzes festgeschrieben ist: "Männer und Frauen sind gleichberechtigt", welcher 1994 wie folgt ergänzt wurde: "Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin". Anspruch und Wirklichkeit sehen unterschiedlich aus. Das alte Zitat von Grethe Nestor bringt es gut auf den Punkt:  "Die größte Gefahr für die Gleichberechtigung ist der Mythos wir hätten sie schon."

Worin bestehen heute noch Defizite, wenn es um die Gleichstellung von Frauen und Männern geht?

Viele Gesetze regeln formal die Gleichberechtigung, jedoch fehlen verbindliche Rahmenbedingungen. Anspruch und Wirklichkeit klaffen sehr weit auseinander. Diese Unterschiede im Lebensalltag mit all ihren Auswirkungen lassen sich in vielen Statistiken belegen. Es geht nicht um Gleichmacherei vielmehr um gleiche Chancen.

Frauen sind 2020 immer noch nicht gleichberechtigt! Beispiele:

  1. Frauen besetzen deutlich weniger Führungspositionen (Aufsichtsräten, Unternehmen)
  2. Frauen sind in allen politischen Gremien unterrepräsentiert 
  3. Frauen erhalten weniger Geld für gleiche bzw. Gleichwertige Arbeit ( 23%) und sind viel häufiger in Teilzeit Jobs
  4. arbeiten häufiger in Teilzeit, haben oft schlechtere Verdienst- und Aufstiegsmöglichkeiten
  5. erhalten deutlich weniger Rente als Männer ( Altersarmut ist weiblich)
  6. Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben ist ein  Frauenthema (52% leisten Frauen mehr Haus und Pflegearbeit) ohne angemessene gesellschaftliche und finanzielle Anerkennung
  7. Frauen sind häufiger Opfer von körperlicher und seelischer Gewalt und nur ein Bruchteil der Taten wird öffentlich und angezeigt
  8. Immer noch kämpfen Frauen dafür, über ihre Körper selbst bestimmen zu dürfen

Gleiche Rechte besagen noch nicht gleiche Chancen!

Zu den großen Herausforderungen unserer Zeit gehören die Digitalisierung der Arbeitswelt, sowie die Globalisierung mit ihren unterschiedlichen Folgen für die Lebenswirklichkeit von Frauen, Männern und Familien. Die Strömungen, die Integration und Vielfalt der Gesellschaft und den Wert von Gleichberechtigung in Frage stellen, erfordern klare Positionen und aktive Steuerung!

In welchen Handlungsfeldern arbeitet die Gleichstellungsbeauftragte?

Gleichstellung beinhaltet die gerechte Verteilung von Lebensperspektiven, Erfolgschancen sowie Karriere- und Verdienstmöglichkeiten für beide Geschlechter. Eine erfolgreiche Umsetzung der Chancengleichheit ist nur möglich, wenn die dafür notwendigen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen geschaffen und bestehende Benachteiligungen abgebaut werden.

Gleichstellungsbeauftragte tragen dazu bei, dieser gesellschaftlichen Herausforderung gerecht zu werden. Sie arbeiten fach- und Ressortübergreifende denn es sind Querschnittsaufgaben. Die sich über alle Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen und Männern und den gesellschaftlichen Veränderungen erstrecken. Was zur Folge hat, dass Gleichstellungsbeauftragte konstant mit immer wechselnden Handlungsbedarfen konfrontiert sind und in zahlreichen Projekten mit komplexen Themenfeldern und Netzwerkpartner*innen zusammenarbeiten.

So gehören regelmäßige Beratungsangebote für Bürger*innen genauso zum Arbeitsbereich, wie einzelne Veranstaltungen und Projekte zu folgenden Themen:

  • Gewalt gegen Frauen und Mädchen
  • Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben
  • Gleichstellung im ländlichen Raum
  • Geschlechtergerechte Sprache
  • Frauen- und Gleichstellungsförderprojekte
  • Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Belange
  • Öffentlichkeitsarbeit, zu frauenspezifischen Themen um zentrale Voraussetzung, um gesellschaftliche Veränderungen herbei zu führen und die eigenen Themen transparent zu machen.

Wie sehen die Handlungsfelder in der Landkreisverwaltung aus?

Strategische Aufgaben der Gleichstellungsbeauftragte werden im Rahmen der Querschnittsaufgaben und des Kontroll- und Kritik bzw. ein Vorschlagsrecht innerhalb der Verwaltung folgendermaßen umgesetzt.

  • Prüfung von Verwaltungsvorlagen auf Auswirkungen im Gleichstellungsbereich
  • Einbringen von gleichstellungspolitischen Belangen in die Arbeit der Verwaltung
  • Erarbeitung und Kontrolle von Zielsetzungen, Konzepten, Stellungnahmen
  • Mitwirkung und Beteiligung bei Stellenbesetzungen und Personalentscheidungen
  • Mitwirkung in Gremien zur Modernisierung von Verwaltungsaufgaben, die Begleitung von Organisationsprozessen, DMS etc.
  • Fortschreibung von Personalentwicklungs- und Fortbildungskonzepten
  • Mitwirkung an Überarbeitungen bzw. Neugestaltung von Dienstvereinbarungen
  • Fachberatungen zu Konzepte, Strategien, Maßnahmen
  • Anstöße zur Verbesserung der Gleichstellung
  • Artikulation/ Vertretung der Bedürfnisse und Interessen von Frauen und Männer
  • Mitarbeit in Gremien und Ausschüssen, Beiräten
  • Anlaufstelle und Beratung von Kolleginnen und Kollegen aus der Kreisverwaltung
  • Themen: Vereinbarkeit Beruf und Familie, Elternzeit, flexible Arbeitszeit, Telearbeit, zu pflegende Angehörige, Konflikte am Arbeitsplatz
  • psychologische Beratungsgespräch, Konfliktlösungsgespräche ggf. Mediation
  • Konfliktlösungsberatung; psychologische Beratung und ggf. Mediation
  • inhaltlich-wissenschaftliche Arbeit zu Gleichstellungsthemen
  • Koordinierungs- und Fachberatung mit Beratungsstellen, Vereinen, Unternehmen und Politik

Arbeitet die Gleichstellungsbeauftragte alleine?

Der Verfassungsauftrag richtet sich an die Kommunen, im Landkreises Rostock arbeitet eine Gleichstellungsbeauftragte. Eine Vertreterin oder weitere Mitarbeiter*innen gibt es nicht. Das Gleichstellungsförderbüro ist eine Schnitt- und Vermittlungsstelle zwischen Einwohner*innen des Landkreises, Mitarbeiter*innen der Verwaltung, Politiker*innen. Die Tätigkeit der Gleichstellungsbeauftragten ist in verwaltungstechnische, überparteiliche und  beratungspsychologische Bereiche gegliedert. Um den Verfassungsauftrag umzusetzen bedarf es viele engagierte Personen, die Verantwortung übernehmen.

 

 

Wer arbeitet mit der Gleichstellungsbeauftragten zusammen?

Besonders wichtig ist die Zusammenarbeit mit den ehrenamtlichen Gleichstellungsbeauftragten und Bürgermeister*innen anderer Städte, Gemeinden des Landkreises, und anderen Vereinen und Verbänden, mit Beratungsstellen und Unternehmen.

Das Gleichstellungsförderbüro ist eine Schnitt- und Vermittlungsstelle zwischen

  • Einwohnerinnen und Einwohnern des Landkreises,
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung,
  • überparteiliche Gremien

 

Wie sehen die externen Handlungsfelder der Gleichstellungsbeauftragten aus?

Zu diesen Themen werden Projekte konzipiert, strategische Konzepte erarbeitet, gezielte Öffentlichkeitsarbeit geleistet, Kontakte zu Anlaufstellen und Beratung vermittelt. Die Gleichstellungsbeauftragte ist Ansprechpartnerin für Frauen und Männer für Fragen, Anregungen, Wünsche und Beschwerden zur Wahrung gleicher Chancen und Rechte im öffentlichen und privaten Leben sowie gegen Benachteiligungen im Alltag.

Der verwaltungsexterne Fokus liegt bei einzelne Veranstaltungen und Projekte zu folgenden Themen:

  • Gewalt gegen Frauen und Mädchen - Bündnis für Opferschutz sexualisierte und häusliche Gewalt im LKROS 
  • Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben
  • Gleichstellung im ländlichen Raum
  • Geschlechtergerechte Sprache
  • Frauen- und Gleichstellungsförderprojekte
  • Sensibilisierung für geschlechtsspezifische Belange
  • regelmäßige Besprechungen mit den Gleichstellungsbeauftragten/ Präventionsberater*innen und Seniorensicherheitsberater*innen
  • Präventionsprojekte an Schulen Cybermobbing, Mobbing
  • Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen
  • Öffentlichkeitsarbeit, InfoPost, Veranstaltungen, Seminare
  • Beteiligung und Mitwirkung an überregionalen Veranstaltungen
  • Fachvortragsreihe zur Gleichstellung

Wer wendet sich an die Gleichstellungsbeauftrage?

  • Personen, die sich aufgrund ihres Geschlechtes, des Alters benachteiligt fühlen und Unterstützung bei der Durchsetzung ihrer Rechte benötigen
  • Personen die eine persönliche Beratung oder Mediation anfragen
  • bei Verstößen gegen das Gleichbehandlungsgebot in der Verwaltung: Beschwerdestelle nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) 
  • bei Mobbing, sexueller Belästigung sowie zur Vereinbarkeit von Erwerbs- und Privatleben (z. B. Elternzeit, Arbeitszeit, Pflegezeit, Kinderbetreuung)
  • Verantwortliche und Mitarbeitende aus Vereinen, Verbänden, Bildungsträgern, Ämtern, Schulen und anderen Institutionen zu gleichstellungsrelevanten Themen für Veranstaltungen, Vorträge, Weiterbildungen, Projekte etc.

In welchen überregionalen Netzwerken arbeitet die Gleichstellungsbeauftragte?

  • Netzwerktreffen des Ministeriums für Soziale, Integration und Gleichstellung
  • in LAG der Gleichstellungsbeauftragten des Landes MV,
  • AG der  Gleichstellungsbeauftragten im Landkreistag MV
  • AG der Gleichstellungsbeauftragten (Städte, LK)
  • BAG der Gleichstellungsbeauftragten – bundesweite Konferenzen
  • Regionalbeirat Rostock
  • Treffen der gleichstellungspolitischen Mitglieder der Regionalbeiräte
  • LEADER -  Arbeitsgruppe - Fachkonferenzen
  • LOG – Lobby für Geschlechtergerechtigkeit in Wirtschafts- und Strukturpolitik
  • Stiftungsratsvorstand – Hilfen für Frauen und Familien MV
  • AG Opferschutz im Innenministerium MV
  • AG Prävention im Innenministerium MV

 

Kontakt Marion Starck

Interview mit TV-Güstrow

Interwiev TV Güstrow